Christian Maier

Die Zielsetzung liegt für mich NICHT im Sinne der fotografischen Dokumentation, sondern in der Umsetzung persönlicher Empfindungen und Erinnerungen an die jeweilige Location.

Ich sehe das eigentliche Foto daher lediglich als Ausgangsmaterial für meine Bilder, da für mich die Fotografie eigentlich nur der erste Schritt im kreativen Prozess der Gestaltung eines Endergebnisses ist. Einen besonderen Reiz stellen für mich die technischen Grenzbereiche dar, um Bilder zu schaffen, die nicht unbedingt mit einer einzigen Auslösung der Kamera zu realisieren sind. Seien dies nun Panoramen oder die Erschaffung visueller Bildeindrücke, die auf einer Überlagerung einzelner Fotos basieren. So entstehen meine persönlichen Werke bekannter Spots.

Dennoch setze ich Composingtechniken eher zurückhaltend ein. Das Motiv wird meist so im fertigen Bild erscheinen, wie ich es zum Zeitpunkt der Aufnahme vor Ort vorgefunden habe. Ich retouchiere normalerweise nichts weg oder füge inhaltlich etwas hinzu. Eine Ausnahme bilden hierbei lediglich Bildinhalte, die zu unscheinbar sind, aber dennoch wahrgenommen werden oder Dinge, die nicht in die aufgenommene Szenerie gehören, weil ich vor Ort mal wieder nicht aufgepasst habe. Also beispielsweise ein Vogel, der so weit oben fliegt, dass er lediglich aus ein paar Pixel besteht und eher wie ein Mückenschiss auf dem Monitor wirkt oder ein Stromkabel, das quer übers Bild hängt und somit ebenfalls keinen direkten Bezug zum Motiv hat.

Etwas anders sieht es bei der Farb- und Lichtstimmung aus; da die Realität sowieso immer nur subjektiv empfunden werden kann, ist es nicht mein Ziel, ein möglichst realistisches Abbild der Szenerie darzustellen. Dies ist in meinem Augen auch nicht nötig, da die Motivwelt, in der ich mich bewege, schon seit Jahrzehnten von hervorragenden Fotografen abgelichtet wurde und daher sicherlich genügend realitätsnahe Bilder existieren, die dem Grundsatz der Authentizität entsprechen.

Ich nehme mir daher die Freiheit, die Farben und Lichtstimmung in eine Richtung zu manipulieren, die meinem persönlichen Empfinden vor Ort entsprechen oder die einen ganz bestimmten visuellen Eindruck vermitteln. Dies beinhaltet nicht nur das Farbempfinden, sondern die Gesamtsituation an sich. Gerade das Spiel mit Licht und Farben, die vorhandenen Strukturen und Stimmungen im Bild verstärken oder betonen ist ein Stilmittel, das ich sehr gerne einsetzte.

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