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Nadejda MH

Volgograd

Kapitel 1
Inselleben
Hwostik war die ganze Nacht mit seinem Freund Iguana unterwegs. Zugegeben, es ist keine gewöhnliche Freundschaft, aber die beiden Freunde hielten nicht viel von der Meinung der tierischen Gesellschaft und noch weniger von der menschlichen.
Jetzt lag Hwostik ganz gemütlich im Schatten, denn die Sonne auf dieser Insel war erbarmungslos.
Er träumte von einer Schale Milch, selbstverständlich laktosefrei. Das muss Hwostik dem Freund Iguana sagen, wenn er wieder zum Einkaufen in die Stadt auf dem Festland schwimmt. Iguana hat keine Angst vor dem Schwimmen, er schon. Hwostik war eigentlich ein braver Kater, aber manche Sachen, wie Schwimmen, überließ er gerne seinem Freund.
Inzwischen ist es kühler geworden. Der kleine Seelöwe und Iguana trafen sich an diesem heißen Tag mit Hwostik kurz vor Sonnenuntergang. Sie waren gut gelaunt und besprachen die fremden Menschen, die wie immer für einige Stunden mit dem Schiff auf die Insel kamen. Es geschah immer das Gleiche. Sie schrien entzückt, wenn sie die beiden gesehen hatten, und richteten ihre Kameras auf sie.
„Diese Menschen!“, sagte der Seelöwe, „ich kann nicht verstehen, wie sie es überhaupt bis zu unserer Insel schaffen, weil sie nicht richtig sehen, hören, schwimmen und sogar laufen können.“
„Aber sie haben einen Kühlschrank und wissen, wie man ihn aufmacht!“, sagte Hwostik mit der gehobenen Pfote darauf.
Er dachte wieder an kalte frische Milch. Hwostik betreut einige menschliche Familien und hat schon immer diese nützliche Einrichtung, nämlich den Kühlschrank bewundert. „Ich kann allerdings nicht verstehen, warum die Milch immer da kalt bleibt“, grübelte Hwostik laut. Dieses Thema war aber höchst uninteressant für seine Freunde.
„Ok, gehen wir!“, sagte der kleine Seelöwe, „sonst kommen wir zu spät!“ Um diese Zeit gingen die Freunde gewöhnlich zum Ressort. Zum Abendessen! In diesem Ressort wohnte die Prinzessin, namens Strelka. Eine wunderschöne Katze, die noch dazu den Zugang zu allen Räumen in diesem Haus hatte, auch zur Küche, wo bekannter Weise ein höchst begehrter Schrank steht. Hwostik versuchte seit Jahren ihr den Hof zu machen. Vergeblich!
„Vielleicht soll ich die schönen bunten Socken kaufen!“, dachte Hwostik. Einmal sah er einen älteren eleganten Herrn, der schöne orange Socken getragen hat. Das machte einen überwältigenden Eindruck auf Hwostik.
Strelka war da und ging ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Sie spielte Schach. Ihr Gegner war dieses Mal ein Junge aus Indien, der ein würdiger Gegner war. Die beiden waren so ins Spiel vertieft, dass sie die drei Freunde nicht sofort bemerkten.
Hwostik konnte mit diesem Spiel nichts anfangen, aber er war einer der besten auf der Insel, wenn es um Kubik- Würfel ging. Auch mit geschlossenen Augen konnte er es in 20 Sekunden schaffen
Iguana und Seelöwe sprangen ins Meer und schwammen an den Tischen vorbei, die am Strand auf der Terrasse standen. Die Menschen schrien begeistert und zogen ihre Kameras raus. Sie waren abgelenkt. Es war die höchste Zeit für Hwostik zu handeln. Mit dem professionellen Blick und der ausgezeichneten Nase wusste er, wo schöne Sachen stehen. Aber als er ein schönes Stück Steak vom Tisch zog, sah er, wie die schöne Prinzessin Strelka auf ihn schaute. Diese Aktion von den drei Freunden kam offensichtlich bei ihr nicht gut an.
„Sie hat gut zu reden!“, dachte Hwosti, „sie bekommt sogar das Frühstück ans Bett serviert.“
Sein Hunger trieb ihn dazu zu handeln. Hwostik hatte alle Pfoten voll, als einer der Kellner ihn sah und im gleichen Moment zu ihm rannte mit einem Gesichtsausdruck, der nichts Gutes versprach. Es war höchste Zeit für ihn und seine Freunde zu verschwinden. Seelöwe und Iguana beendeten blitzschnell ihre Vorführung.
Auch in diesem Augenblick warf Hwostik zuerst einen Blick auf Strelka. Sie war allerdings schon wieder mit ihrem Schachspiel beschäftigt.
Eine Weile später saßen Iguana, Hwostik und Seelöwe am Strand und machten Picknick. Hwostik schlabberte kalte Milch, Iguana aß asiatische Tempura und kleiner Seelöwe Garnelencocktail.
Es war ein gelungener Abend.
Mit Tanz und Gesang verabschiedeten die Freunde den Tag.

Iguana hatte ein ungewöhnliches Hobby für einen Waran. Er war gewandt in chinesischen Hieroglyphen, die er kunstvoll mit seiner langen Zunge malte. Er kannte schon über 1000 Zeichen. Strich für Strich entspannte sich Iguana. Sein Freund Seelöwe hat sich gewünscht, dass er seinen Namen auf Chinesisch schreibt. Seelöwe konnte es nicht, denn seine Zunge war zu kurz und nicht so gelenkig. Er guckte mit Bewunderung auf Iguana.
Plötzlich, in dieser vollkommen arbeitsamen Stille hörten sie die Stimme von Hwostik. Er hielt in seinem Mund ein Blatt Papier und versuchte dabei zu reden. Sie verstanden kein Wort.
Dann nahm er es endlich aus dem Mund und zeigte das Blatt den verwirrten Freunden. Es war ein Foto von einer seltsamen Katze. „Das ist es!“, rief Hwostik bedeutend aus, „ein Kater aus Japan“. „Wir sind doch definitiv verwandt! Jeder kann es sofort sehen. Ich habe endlich meine Familie gefunden! Ich habe aber ein Problem, denn ich spreche kein Japanisch…“ Verblüfft guckten die Freunde die ganze Zeit auf ihn. Sie wussten, dass Hwostik seit Jahren nach seiner Familie sucht. „Wir fliegen nach Japan zu meiner Familie! Und wir werden einen eigenen Teegarten haben!“ Die Freunde wussten allerdings nicht, was Teegarten heißen soll.
„Wollen wir nicht zuerst nach deiner Familie auf unserer Insel suchen?“, fragte endlich Seelöwe. „Warum soll deine Familie ausgerechnet in Japan leben? Und wie stellst du dir vor, wie wir nach Japan kommen?“, fragte Iguana sachlich.
„Selbstverständlich fliegen wir, ich mag doch nicht schwimmen, wie ihr wisst!“, sagte Hwosti. „Und wie kommen wir an die Tickets?“, meldete sich Seelöwe.
„Ich habe da schon eine Idee, wir müssen aber wieder ins Hotel, zu Strelka!“
Strelka konnte immer online gehen, wann sie wollte. Sie führte ihren eigenen Blog unter dem Namen „Katzenleben“. Sie hat ihre Schachpartie schon beendet, dieses Mal war es Remis, und saß gemütlich mit einer Milchschale vor dem Rechner. Sie schrieb einen neuen Artikel für Ihren Blog. Strelka schien die drei Freunde überhaupt nicht zu sehen, obwohl sie schon einige Weile vor ihr standen.
Hwostik fasste den ganzen Mut zusammen und hob seine Pfote hoch zur Begrüßung bewegend von oben nach unten und zurück. Er hat gelesen, dass die Katzen in Asien so machen. Es soll dem anderen Glück bringen.
Strelka hob die Augenbraue hoch. „Sei begrüßt, liebe Strelka! Wie geht es dir? Übrigens, dein Fell sieht so fantastisch seidig aus!“, fing diplomatisch der Seelöwe an. „Iguana träumt nur davon deinen Namen auf Japanisch für dich zu schreiben“, fügte Hwostik hinzu. „Auf Chinesisch“, korrigierte leise Iguana.
Dies schien wenig Eindruck auf Strelka zu hinterlassen. „Was wollt ihr?“, fragte sie argwöhnisch. „Wir fliegen nach Japan und wir brauchen dich“, sagte Hwostik in einem Atemzug. „So, so, meine Herren, nach Japan…“ Strelka schien nicht sonderlich überrascht zu sein. „Und für was braucht ihr mich?“, fragte sie nach gefühlter Ewigkeit. „Weißt du, dafür brauchen wir die Tickets, Flugtickets“, gibt Hwostik vorsichtig zu.
„Gut“, sagte plötzlich Strelka, „aber nur unter einer Bedingung, dass ich auch mitkomme.“ „Lasst mich gucken, wann der nächste Flieger von unserer Insel in Richtung Europas fliegt.“
Die Freunde hatten überhaupt keine Zeit auf die Worte von Strelka zu reagieren. „Meine Followers werden dann aus erster Pfote vertrauliche Informationen über die schönsten Reiseziele und die besten Restaurants erhalten“, verriet Strelka ihre Gedanken laut. Mit ihren weichen Pfoten glitt sie dabei über die Klaviatur. „So, meine Herren, der nächste Flieger geht morgen um 10 Uhr. Wir treffen uns auf der Fähre. Seid bitte pünktlich! Die Formalitäten werde ich jetzt erledigen!“
„Super! Du bist großartig!“, rief Hwostik aus, Seelöwe und Iguana guckten besorgt auf die beiden. „Wir haben doch kaum Zeit Fische zu fischen.“ „Ja!“, war auch Iguana mit Seelöwe einig, „und was ist mit Gemüsesnacks? Ohne sie kann man doch nicht verreisen!“
„Immer mit der Ruhe, meine Herren, ihr habt noch ca. 20 Stunden sich auf die Reise vorzubereiten und jetzt entschuldigt mich, ich habe etwas zu tun.“ Somit hat Strelka die Begegnung mit drei Freunden beendet.

Der alte Wüstenfuchs aus Ägypten – niemand wusste, wie er eigentlich auf diese ferne Insel gekommen ist – meditierte im Schatten und schielte auf die Freunde. Der erfahrene Weltbummler fand nämlich die chaotischen Vorbereitungen der Freunde lustig. Er amüsierte sich prächtig darüber. „Anfänger!“
Der alte Fuchs, der sogar allein in der Weißen Wüste überlebt hat, genoss auf dieser Insel einen grenzlosen Respekt, Seelöwe und Iguana versuchten vergeblich den Koffer zuzumachen, der mit Fischdosen voll gepackt war. Iguana sammelte auch die Kräuter und Früchte für die Reise. Allerdings hat er nicht darüber nachgedacht, wie er sie transportieren soll. Hwostik lief überhaupt planungslos hin und her.
Endlich beschloss der alte Fuchs dieses Chaos zu beenden. „Meine Freunde, wollen wir ein Glas kalter Milch trinken und gegrillte dagagat kosten? Der Abend ist so schön, ich lade euch ein.“ „Es ist sehr nett von dir, aber wir fliegen morgen nach Europa und haben so viel um die Ohren“, bedankte sich Hwosti ohne seine chaotischen Bewegungen zu unterbrechen. „Wie ich sehe, muss ich euch begleiten!“, seufzte der schlaue Fuchs, „euch allein gehen zu lassen, wäre es unverantwortlich.“
„Aber wir haben kein Flugticket für dich!“, erwiderte Seelöwe. „Ach, keine Sorgen, ich habe nie eins gebraucht! Also, meine Freunde, wir sehen uns in Granada!“
„Granada?!“, fragten einstimmig die Freunde. „Unser Ziel ist Japan!“, hob Hwosti bedeutend die Pfote. „Mein Freund, alle Wege führen nach Granada! Und außerdem kenne ich da eine nette Katzenfamilie, die hoch auf dem Berg in der Alhambra wohnt. Vielleicht können sie dir bei der Suche nach deiner Familie helfen.“
Inzwischen kam schon die Dämmerung und die Koffer waren voll mit nützlichen und wenig nützlichen Sachen. Erschöpft gingen die Freunde schlafen. Ein großes Abenteuer wartete auf sie. Im Traum waren sie alle schon in Granada.
Inzwischen hatte Strelka viel erledigt. Sie war sehr beliebt unter den Menschen und hatte einen riesigen Bekanntenkreis, nicht zuletzt dank ihrem Erfolg als Bloggerin. So konnte sie leicht einige Sponsoren für ihre Reise gewinnen, Dies ermöglichte ihr einen Privatjet für alle zu organisieren.

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