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Japan #5

Published July 22nd, 2012

und weiter geht's



jetzt auch mit Text!

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Essen im Wohnzimmer

Es ist natürlich immer die Frage, wo man anfängt, wenn man so lange nicht geschrieben hat. Ich habe mich entschieden in der ganz nahen Vergangenheit anzufangen, sodass ich hoffe, bis zur Gegenwart zu gelangen. Das bedeutet natürlich gleichzeitig, dass ich eine Menge erstmal auslasse, deswegen nur kurz: Seit dem 21. bin ich alleine unterwegs. Hannes und Jessi sind nach Osaka, um dort das Aquarium anzuschauen und dann heim zu fliegen. Inzwischen müssten sie gejetlagt (super Wort ;) ), sicher zuhause angekommen sein.
Tja, was habe ich gemacht?
Das Foto hier ist am 21. entstanden, als ich einen Pausentag eingelegt habe... bzw. BA-Korrekturtag um komplett durchzukommen. Fairerweise muss ich sagen, nicht nur das, sondern auch ein Uploadtag, um euch wieder neue Bilder zeigen zu können.
Wie bestellt, war es ein Regentag, sodass ich nicht bereuen musste, das Hostel kaum verlassen zu haben. Wobei... Regentage sind wenigstens nicht so unglaublich heiß... und mit Hitze komme ich weit, weit schlechter zurecht als mit Kälte (Memo: nächstes Mal Japan im Herbst oder Frühling ;) ). Wie auch immer... während ich im Gemeinschaftsraum sitze und an meinem Laptop rumwerkele, fragt der Hostelbesitzer Shunju-san, ob wir schon etwas gegessen hätten, denn er wüsste ganz in der Nähe einen kleinen... hm, naja, ich denke Imbiss trifft es und auch wieder nicht. Er selbst hätte auf jeden Fall schon Essen dort für sich und seine Frau geholt, aber er könne es uns zeigen und nachdem dort alles nur japanisch ist, auch uns übersetzen. Es wäre sehr günstig (300-400 Yen, also 3-4€) und so entschieden wir hinzugehen. Wir, das waren Hang, Masterstudent (Robotics) aus Toronto (ebenfalls wegen einer Konferenz nach Japan gekommen), Luc, Musiker, der Frankreich nach Japan entflohen ist (zumindest noch für die nächsten 5 Monate) und eben ich, Biologe, der dem Labor ent(wasser)flohen ist (schon mehr als 2 Wochen keine Daphnie pipettiert!!!).
Aber zurück zum Bild: Es zeigt Luc, Shunju-San und Hang, dazwischen die Dame vom "Imbiss". Wieso die ""? Naja, als wir hereinkamen, saßen, wie Shunju-san schon gemeint hatte, ältere (<80) Einheimische beim Essen auf den Tatamimatten. Die zwei Damen sprachen zwar natürlich kein Englisch, aber Shunju-san übersetzte für uns ihre Fragen (wer wir waren, woher wir kamen, wie alt wir seien etc.). Unseren eigenen Platz hatten wir in einem kleinen nicht abgetrennten Raum daneben gefunden, der eigentlich wie ein gemutliches (kleines) älteres Wohnzimmer wirkte. Genauso war auch die Atmosphäre. Wir fühlten uns rundum wohl und willkommen. Und nicht wie in einer Imbissbude, sondern, als ob uns jemand in sein Zuhause zum Essen eingeladen hätte. (nächstes Bild)

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Yakiyakiyaki!!

Extra für uns gab es sogar 3erlei! Obwohl es normalerweise alles nur einzeln gab, bekamen wir eine RIESIGE Portion von allem, was es gab: Takoyakii, Yakisoba und Okonomiyaki!
Sehr lecker alles und einfach eine nette und entspannte Atmosphäre. Soetwas ist genau, was ich mir auch von der Reise erhofft hatte, also Japan etwas persönlicher kennenzulernen, nicht wie ein Standardtourist von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hasten. Manche Dinge darf man aber vielleicht nicht aktiv suchen, um sie schließlich doch zu finden.
Wie auch immer, eine leckere Mahlzeit, freundliche Menschen und ein riesen Regenschauer auf dem Rückweg (aber wie gesagt freundliche Menschen und die haben Regenschirme :) )

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Sikahirschkuh

Eine Besonderheit (das andere Foto habt ihr ja vermutlich schon gesehen) hier in Nara sind die Sikahirsche. Es gibt hier einen riesigen Park, der mir Nara als Stadt unglaublich sympathisch macht. Einerseits ist die Stadt nicht ca 360.000 Einwohnern nicht nur deutlich kleiner als Kyoto, sie wirkt auch nicht ganz so dichtgedrängt, die Häuser netter, alles einfach offener und weitläufiger. Und dann ist da ein riesiger Park mit über 1000 Hirschen! Der, nicht wie in Kyoto die meisten Parks, abends zugesperrt wird, sondern ganztags, auch ein bisschen querfeldein, besucht werden kann. Am Stadtrand ist es zwar nicht 1:1 reine Natur... allein schon die Maschendrahtnetze zum Baumschutz stören da etwas das Bild, aber um der Stadt schnell zu entkommen taugt es allemal. Als Nicht-Stadt-Mensch, finde ich das sehr angenehm. Die Hirsche, die ÜBERALL herumrennen, sind lange nicht so frech wie Ziegen und teilweise sogar ein bisschen scheu. Aber dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und Hirschen, das hier so selbstverständlich herüberkommt, fällt mir praktisch nicht vorstellbar in einer europäischen Großstadt. Man kann es zwar wie einen großen Streichelzoo sehen, aber ich denke es ist mehr, eher ein Zusammenleben, das auf gegenseitigem Respekt fußt. Die Tiere sind genauso "echt" wie in der Wildnis, sie werden hier nicht eingesperrt und wenn sie so zahlreich, zahm und zutraulich sind, dann ist das nichts Schlechtes.
Trotzdem... ein scheues Tier morgens um 5 auf einer Waldlichtung ist etwas anderes (schöneres)

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 30mm / f/6.3 / 1/50 sec
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Lianen oder Bäume? Bäunen!

Etwas interessantes in den Weäldern des Parks sind die Lianen, die dort wachsen. Ich habe zwar inzwischen Bestimmungsliteratur besorg... aber auf japanisch... deswegen muss ich das noch nachrecherchieren. Es sieht aber für mich folgendermaßen aus:
Am Anfang sucht sich eine kleine Liane einen Baum aus, dann wächst sie an ihm entlang zur Sonne hoch und fängt an richtig zu gedeihen. Soweit, so gut, das machen ja viele Pflanzen. Es fangen aber immer mehr Triebe an, aneinander hochzuwachsen und die Triebe werden auch immer dicker, umschlingen sich und verschmelzen schließlich. Dadurch wird die Liane so dick, dass sie irgendwann einmal zu einer Art Baum wird und teils (kam mir zumindest so vor) sogar dann irgendwann mal selbst stehen kann. Quasi eine freundlichere Alternative dazu, was die Würgfeige macht. Aber ich kann natürlich auch das ganze falsch interpretieren... auf jeden Fall gibt es hier schöne Wälder!

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 24mm / f/6.3 / 1/30 sec
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Ein Taubenleben

...friedlich in den Ästen chillen... ich will mich auch endlich in meine mitgebrachte Hängematte legen...
Der aufmerksame Beobachter mag bemerkt haben, dass ich Blätterdächer liebe... saftiges Grün, durch das die Sonne scheint :)

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/6.3 / 1/125 sec
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Alte Hütte

Leider kann ich nciht sagen, ob es wirklich ein Tempel oder etwas anders ist, es war nicht richtig angeschrieben und lag etwas abseits vom Wanderpfad.
Achja, genau, ich hatte vergessen zu schreiben, ab dem Hirsch sind es Bilder von einem kleinen 5-6h Hike durch den Park. Luc hatte geplant an dem Tag den großen Wanderweg zu gehen und ich habe mich ihm angeschlossen, um mal endlich etwas raus in die Natur zu kommen.

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/5.6 / 1/40 sec
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Wieder Lianen

Einfach ein wunderschöner Wald, mit unzähligen eindrucksvollen Bäumen. Ein Museum, das alte und doch lebendige Skulpturen ausstellt und jedesmal anders aussieht. :)

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Ja, ich mag Licht, das durch Blätter fällt und harte Kontraste.

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Ausblick auf Nara

Beim ersten hügel gibt es einen wunderbaren Ausblick auf das Umland... wenn man natürlich davon absieht, dass man da eine Stadt sieht ;).

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
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Ja, ich weiß, ich mach öfter solche Bilder... aber die Bäume waren einfach schön...

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Myrmekophilie?

...wenn ich mich jetzt nicht irre. Es waren zumindest viele Ameisen drauf und ich kenne ähnliche Pflanzen, die Ameisen quasi Schutzgeld zahlen, oder zumindest eine Unterkunft bieten..

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/160 sec
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Bärtierchen-Reihenhaussiedlung

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 50mm / f/5.6 / 1/50 sec
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Der Autofokus spinnt

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/7.1 / 1/500 sec
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Das Zeichen war ein Wasserfall!

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 26mm / f/13 / 5 sec
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Frosch 1

muss noch bestimmt werden

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/30 sec
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Frosch 2

genauso

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/60 sec
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Steinbuddhas

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 30mm / f/7.1 / 1/3.333333 sec
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Waldbrücke

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 20mm / f/5.6 / 1/50 sec
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Wanderweg

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/5.6 / 1/15 sec
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Die Ästhetik des Verfalls

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Hebi!!

Irgendwie freue ich wie ein Kind über jedes neue Tier, das ich sehe (insbesondere, wenn es eine Wirbelsäule hat)

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  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/125 sec
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Untitled

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/160 sec
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  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/100 sec
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Ende des Hikes

Schön war's! Praktisch niemand sonst unterwegs, perfektes Wetter (außer zu heiß) und so unglaublich viele Eindrücke von einem für mich komplett neuen Wald. Ich habe nicht so viel fotografiert, sondern mehr genossen und ehrlich gesagt empfehle ich auch das jedem anderen, der nach Nara kommt.

So und jetzt geht es gleich zu einem kleinen Fest für Kinder bei einem Tempel in der Nähe, wo zuerst gebetet, dann Gedichte verlesen und dann mit Boomerangs gespielt wird. Shunju-san hat uns gestern darauf aufmerksam gemacht und bringt uns gleich dort hin.

  • July 22nd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/5.6 / 1/30 sec
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Eingang zum Tempel

Gegen 2 Uhr haben wir uns heute aufgemacht, denn heute ist ein Kinderfest in Zusammenhang mit dem Bodhisattva Jizo, dem Beschützer der Kinder.

  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/7.1 / 1/250 sec
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Jizo

Nein, der BND muss hier nichts nachprüfen, die Swastika steht für Tempel und das hier ist Jizo. Leider sind wir zu spät gekommen um die Tempelzeremonie mit den Kindern mitzuverfolgen (Rezitieren von "Namu Amida Butsu", Vorlesen von Geschichten und/oder Gedichten)!

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Boomerang!

Aaaaaber, wir konnten noch beim Basteln von Papierboomerangs mitmachen und zusehen, wie den Kindern vorgeführt wurde, wie alles funktioniert.

  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 28mm / f/4.5 / 1/40 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 85mm / f/5.6 / 1/160 sec
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Nachtrag übrigens:
Ich RIESEN HIRSCH!!!! Und nciht die netten japanischen, sondern die dummen menschlichen! Wir sind bei einem Kinderfest, DAS Kinderfest und ich habe als Mitbringsel doch auch Süßigkeiten aus Deutschland mitgebracht, aber das kommt mir erst dort!! Narg! Jetzt haben wir uns an Wassermelone gelabt, aber nichts für die Kinder gehabt...

  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/4 / 1/60 sec
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Messenger of God

übersetzt mir ein paar Kanji.

  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 24mm / f/7.1 / 1/30 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 24mm / f/7.1 / 1/100 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 26mm / f/7.1 / 1/60 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/7.1 / 1/100 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/7.1 / 1/40 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 35mm / f/7.1 / 1/50 sec
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  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 78mm / f/13 / 1/30 sec
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Letzte Anmerkung von Nara:
Jetzt geht es auf zum Koyasan, der Tempelsiedlung in den Bergen, wo ich zweimal übernachte, für etwa 100€ pro Nacht (!!!!!). Aber ohne Luxus, sondern im Tempel, mit Morgenzeremonie im Seiza! Leider hat das Hostel letztes Jahr zugemacht und es gibt keine andere Möglichkeit, aber ich möchte die Ruhe und die Natur dort zumindest ganz kurz genießen.... und wer weiß, ob sonst nochmal die Gelegenheit (oder eine so gute) habe...
Ein Internetcafe gibt es dort, aber k.A. ob die Tempel WLAN haben... deswegen: bis bald!

  • July 23rd, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/6.3 / 1 sec
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Nachtrag zum Abschied in Nara

Kurz vorweg: Nach langer Internetabstinenz wegen Aufenthalts an heiligen Orten, komme ich erst jetzt dazu neue Bilder hochzuladen. Mir geht es gut, sehr gut sogar (bin richtig geflasht!) und bin jetzt an meiner letzten (fixen) Destination angekommen: Osaka (mit Internet!).
Ok, aber ich will ja Rückstände aufarbeiten:
Aller Abschied fällt schwer und Nara hat mir eigentlich wirklich gut gefallen, als Stadt deutlich besser als Kyoto, was einerseits am dörflichen Charme liegt, aber eben auch an dem schönen Park. Natürlich auch daran, dass es meine erste längere Relay-Station hier in Japan war. Trotzdem, wenn ich in einer japanischen Stadt leben müsste, Nara wäre eine Option. Natürlich mag ich das Ländliche lieber und dass es da noch (viel) schöner ist, werde ich an späterer Stelle noch aufgreifen. Wie dem auch sei, Am Morgen des 24. musste ich auschecken. Nachdem ich aber nicht zu früh am Koyasan sein wollte (es wurde um Pünktlichkeit gebeten und Check-in war 15-17 Uhr), hatte ich noch Zeit, damit mir Shunju-san die Geschichte des Hauses erzählte. Erbaut wurde es ursprünglich als Kalligraphieschule eines Schülers eines der berühmtesten Kalligraphiemeisters Japans. Das heutige Hostel beherbergte damals 40 Kalligraphieschüler, die offensichtlich deutlich geringere Ansprüche als rezente Backpacker hatten. 40! So groß ist das Haus wirklich nicht. Später jedenfalls war es kurz ein Theater, bevor Shunju ein Hostel daraus machte. Überbleibsel der Historie sind zwei Kalligraphien, von dem berühmten japanischen Meister. Außerdem eine Decke aus Sugi-Holz. Das besondere daran ist, dass laut Shunju-San Sugi inzwischen unter Naturschutz steht! Es dürfen also keine mehr gefällt werden und das Holz, das es auf dem Markt gibt, stammt von Taifunbruch etc. . Dementsprechend SEHR teuer. Ich fand das interessant, weil man Sugi eigentlich überall sieht, es sogar richtige Monokulturen gibt und so viel hier aus dem extrem harten und widerstandsfähigen Holz gibt. Jung soll es übrigens pink sein... pinkes Holz??
Das hintere Eck, gleich neben dem Ventilator ist übrigens für Ehrengäste. Etwas höher als der restliche Raum, als Ausdruck des Respekts. Daneben ist der hauseigene Shinto-Shrein, in den die Götter aus den nahegelegenen Schreinen eingeladen werden und wo täglich Shunju-san und seine Frau für die Sicherheit aller Gäste, auch auf ihren Reisen beten. Die zwei Stühle bieten einen Blick auf den kleinen Garten, der vom Haus umschlossen wird. Der Raum wird ganz normal vermietet, ist aber auch Ort für Veranstaltungen, z.B. eine Teezeremonie, die ich um ein paar Tage verpasst habe.
Warum schreibe ich soviel über dieses Zimmer? Es ist (fast) der einzige Einblick in traditionelles Wohnen und etwas Alltag in Japan, den ich euch bieten kann. Sonst fehlen mir die Fotos und auch die Gelegenheiten.

  • July 24th, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 17mm / f/4.5 / 1/13 sec
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Abschiedsfoto

Das sind Shunju-san und seine Frau, deren Name mir gerade leider nicht einfällt (garrrr, O...ko). Die beiden waren wirklich sehr freundlich und wenn das Hostel einige Regeln hat, sind die nicht immer so strikt und Shunju-San kümmert sich sehr darum, seinen Gästen mehr als nur eine Unterkunft zu bieten, gerade, indem er "Geheimtipps" gibt. Seine Frau ist wirklich sehr hilfsbereit und freundlich und lernt auch gerade englisch. Alles in allem ein Ort, an dem ich zurückkehren werde. Das gilt nur praktisch für fast alle Orte an denen ich war (mein aktuelles Hostel vielleicht nicht)!!

  • July 24th, 2012
  • Canon EOS 550D
  • 20mm / f/4.5 / 1/50 sec
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So und nun ab zum Koyasan! Entgegen dem bisherigen Verlauf fängt die Geschichte mit einem Text an, den ich dort am ersten Abend geschrieben habe, in Ermangelung des Internets. Also, weiter zu Teil 6 meiner Reise

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